Recruiting & Personalgewinnung

Azubi-Recruiting in der Pflege: von Gen Z verstehen zu Azubis gewinnen

Die Generation Z sucht anders, bewirbt sich anders und entscheidet anders. Wie Sie junge Menschen dort abholen, wo sie sind, und aus Aufmerksamkeit eine Ausbildungszusage machen.

15. April 2026 Aktualisiert: 24. Oktober 2026 8 Min. Lesezeitvon Giovanni Bruno

Azubi-Recruiting in der Pflege heißt, die Generation Z dort abzuholen, wo sie sucht, mobil, auf Social Media, mit echten Einblicken statt Floskeln. Erfolgreich ist, wer schnell und unkompliziert reagiert und den Bewerbungsweg so einfach wie möglich hält.

Für Leitung & Geschäftsführung

  • Azubis gewinnt man nicht mit den Mitteln der Fachkräftegewinnung. Die Zielgruppe ist jünger, sucht anders und entscheidet schneller.
  • Entscheidend sind drei Dinge: dort sichtbar sein, wo junge Menschen wirklich sind, in ihrer Sprache sprechen und die Bewerbung radikal einfach machen.
  • Wer die Ausbildung ernst nimmt (vor, während und nach der Zusage), sichert sich die Fachkräfte von übermorgen.
Wettbewerber-Vergleich im Cockpit zu Ausbildungsangeboten in der Pflege: fünf Arbeitgeber der Region mit Ausbildungsseite, Bewerbung per Handy, Praktikum oder FSJ und genannter Antwortzeit, die Ausbildung nur als PDF beim eigenen Haus ist markiert. Demo-Daten.
1Drei Arbeitgeber der Region haben eine eigene Ausbildungsseite, das eigene Haus nur ein PDF. Beispielansicht aus dem Cockpit · Demo-Daten

Warum Azubi-Recruiting eigenen Regeln folgt

Auszubildende entscheiden anders als erfahrene Fachkräfte: Sie kennen den Beruf oft nur aus zweiter Hand und brauchen eine Ansprache ohne Amtsdeutsch. Viele Auszubildende sind älter als 20, die Altersverteilung steht unten.

Dazu kommt: Die generalistische Pflegeausbildung ist erklärungsbedürftig. Viele junge Menschen wissen nicht, wie vielfältig der Beruf ist und welche Wege er eröffnet. Recruiting bedeutet hier auch, den Beruf verständlich und attraktiv zu erklären, nicht nur eine Stelle auszuschreiben. Ein starkes Argument liefert dabei das Pflegeberufegesetz (PflBG): Es fasst Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zur generalistischen Ausbildung zur „Pflegefachfrau“ oder zum „Pflegefachmann“ zusammen, und Auszubildende sind die gesamte Ausbildung über Arbeitnehmer des Trägers, erhalten also eine Ausbildungsvergütung und zahlen kein Schulgeld.

Generation Z in der Pflegeausbildung: Was die Daten sagen

Wer in die Pflegeausbildung startet, ist nicht automatisch Schulabgänger. Von den im Jahr 2023 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann entfielen 34,8 % auf Auszubildende von 19 Jahren und jünger und 46,4 % auf die Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren; knapp jeder Fünfte (18,8 %) war 30 Jahre oder älter. Der Anteil der unter 20-Jährigen lag 2020 noch bei 40,0 %.

  • 19 Jahre und jünger

    2020
    40,0
    2021
    38,0
    2022
    37,6
    2023
    34,8
  • 20 bis 29 Jahre

    2020
    43,2
    2021
    43,8
    2022
    43,5
    2023
    46,4
  • 30 bis 39 Jahre

    2020
    10,1
    2021
    11,1
    2022
    11,5
    2023
    11,4
  • 40 bis 49 Jahre

    2020
    5,3
    2021
    5,8
    2022
    6,1
    2023
    6,0
  • 50 Jahre und älter

    2020
    1,3
    2021
    1,2
    2022
    1,4
    2023
    1,4
Altersstruktur der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann, Berichtsjahre 2020 bis 2023 (Anteile in %, Stichtag 31.12.). Quelle: Arbeitsgruppe Pflegeberufe-Statistik (AG Statistik), „Die Ausbildungssituation in der Pflege“, Abschlussbericht Mai 2025, Tabelle 9 (Datenbasis PfleA 2023); Abweichungen von 100 % sind rundungsbedingt; abgerufen am 24. Oktober 2026.

Für die Ansprache heißt das: Eine Kampagne, die nur auf Schulabgänger zielt, erreicht gut ein Drittel der Neueinsteiger. Wie groß der Bedarf insgesamt ist, zeigt die Zahl der Anfänger: 2023 gab es 60.312 Ausbildungseintritte (2020: 57.294). Die AG Statistik schreibt dazu: „Statt eines Anstieges scheint sich die Zahl der Auszubildenden in der Pflege auf dem bisherigen Niveau einzupendeln.“ Absolutangaben sind aus Datenschutzgründen auf ein Vielfaches von 3 gerundet (Tabelle 5, Ausbildungseintritte inkl. Lösungen bis 31.12.).

Zur Mediennutzung: In der JIM-Studie 2025 gaben 63 % der 12- bis 19-Jährigen an, Instagram täglich oder mehrmals pro Woche zu nutzen, bei TikTok 53 % und bei Snapchat 56 %. Bei den 16- bis 17-Jährigen liegen Instagram bei 77 % und TikTok bei 64 %, bei den 18- bis 19-Jährigen bei 85 % und 61 %. Die Studie misst die Nutzung von Plattformen, nicht, wo Jugendliche eine Ausbildungsstelle suchen oder finden. Die Tabelle mit den Altersstufen steht im Beitrag Social-Media-Recruiting in der Pflege.

Wo junge Menschen wirklich suchen

Junge Zielgruppen nutzen soziale Netzwerke intensiv; die Zahlen aus der JIM-Studie 2025 stehen im Abschnitt „Generation Z in der Pflegeausbildung“. Bei konkreten Fragen kommt Google hinzu. Sichtbar wird, wer echte Einblicke zeigt: kurze Videos aus dem Ausbildungsalltag, Azubis, die selbst erzählen, ehrliche Antworten auf typische Fragen.

Ein zweiter, oft unterschätzter Kanal ist die direkte Kooperation mit Schulen, von Praktikumsplätzen bis zu Info-Tagen. Persönlicher Kontakt schlägt in dieser Zielgruppe fast jede Anzeige. Wie Sie soziale Kanäle wirksam bespielen, zeigt der Beitrag zum Social-Media-Recruiting. Was eine bezahlte TikTok-Anzeige danach leisten muss, steht im Beitrag TikTok-Ads im Recruiting.

Dasselbe gilt für die Ausbildung zur Erzieherin, auch praxisintegriert (PiA), wo das Land sie anbietet, für die Heilerziehungspflege und für Freiwilligendienste wie FSJ und BFD. Viele beginnen dort ihren Weg in die Eingliederungshilfe oder in Kitas und Erziehung.

In den Wettbewerber-Steckbriefen des Cockpits sehen Sie, wie andere Arbeitgeber Ihrer Region um Auszubildende werben.

Die wichtigsten Kanäle für Azubi-Recruiting

  • Instagram & TikTok: Einblicke, Azubi-Stimmen, kurze Videos.
  • Google: für konkrete Suchen wie „ausbildung pflege“ plus Ort.
  • Schulkooperationen & Praktika: persönlicher, direkter Kontakt.
  • Empfehlungen: zufriedene Azubis sind die glaubwürdigsten Botschafter.

Die Sprache der Zielgruppe treffen

Junge Bewerber durchschauen Werbefloskeln sofort. Statt „Wir bieten ein dynamisches Arbeitsumfeld“ überzeugt, was konkret und ehrlich ist: Was macht man an einem typischen Tag? Wer sind die Kolleginnen? Was verdient man, und wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Die Ansprache darf ruhig persönlich und nahbar sein, gern in Du-Form, ohne Amtsdeutsch. Wichtig ist Authentizität: Zeigen Sie echte Menschen und echten Alltag, keine Stockfotos. Gerade in der Pflege ist der Sinn des Berufs ein starkes Argument, wenn er glaubwürdig erzählt wird.

Häufiger Befund

!

BefundDie Anzeige listet Aufgaben und Voraussetzungen korrekt auf, spricht die Zielgruppe aber in Behördensprache an und verlangt eine klassische schriftliche Bewerbung mit Anschreiben.

EmpfehlungAnsprache in Du-Form und auf Augenhöhe, echte Einblicke in den Ausbildungsalltag statt reiner Aufgabenliste und ein kurzer Bewerbungsweg, der auf dem Handy funktioniert.

Zielgruppe Gen Zmobil zuerstkurze Bewerbung
Beispielhafter Auszug aus der Cockpit-Stellenanzeigen-Analyse: jugendgerechte Ansprache statt Behördendeutsch.

Bewerbung einfach machen und dranbleiben

Für junge Menschen muss der Bewerbungsweg auf dem Handy ohne Umwege funktionieren, ohne Anschreiben, ohne Registrierung, ohne PDF-Anhang. Ein kurzes Formular oder ein Chat-Weg senkt die Hürde. Alles Weitere lässt sich im Gespräch klären.

Nach dem Eingang zählt Tempo und Verbindlichkeit: schnelle Rückmeldung, ein unkompliziertes Kennenlernen, klare nächste Schritte. Und nach der Zusage entscheidet gutes Preboarding, ob die Ausbildung auch angetreten wird, regelmäßiger Kontakt bis zum ersten Tag hält die Verbindung bis zum Ausbildungsstart.

Auch bei Azubi-Anzeigen gilt: Sie müssen rechtssicher formuliert sein. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie im Beitrag zur AGG-konformen Stellenanzeige.

AspektFachkräfteAuszubildende
HauptkanalGoogle, Jobbörsen, EmpfehlungSocial Media, Schule, Empfehlung
Ansprachesachlich, fachlichpersönlich, nahbar, Du-Form
Entscheidungsdauerabwägend, oft längerschnell, emotional
BewerbungswegFormular oder E-Mailmobil, Chat, sehr kurz
Nach der ZusageOnboardingPreboarding + enge Begleitung
Fachkräfte- vs. Azubi-Recruiting: die wichtigsten Unterschiede

So unterstützt fokus›digital dabei

fokus›digital gewinnt Auszubildende für Träger in Pflege, Eingliederungshilfe und Erziehung über die Kanäle, die diese Zielgruppe nutzt, und über einen kurzen Bewerbungsweg. fokus›digital arbeitet seit 2017 für das Pflege- und Sozialwesen. Die Leistung ist Recruiting für die Pflege.

Weiterführende Quellen

Häufige Fragen

Wo erreiche ich Auszubildende für die Pflege am besten?

Über Social Media (Instagram, TikTok, YouTube), über Google bei konkreten Suchen wie „ausbildung pflege“ plus Ort und über direkte Schulkooperationen.

Wie sollten Anzeigen für Azubis formuliert sein?

Konkret, ehrlich und nahbar: gern in Du-Form. Statt Floskeln zählen echte Einblicke: der typische Tag, das Team, die Vergütung und die Perspektiven nach der Ausbildung. Authentische Menschen statt Stockfotos.

Wie einfach muss die Bewerbung sein?

Sehr einfach. Sie sollte mobil ohne Umwege funktionieren, ohne Anschreiben, Registrierung oder PDF-Pflicht. Ein kurzes Formular oder ein Chat-Weg senkt die Hürde.

Warum brechen Azubis die Ausbildung ab, und was hilft?

Warum Auszubildende ihren Vertrag lösen, erfasst die amtliche Pflegeausbildungsstatistik nicht: Sie hält weder das Motiv noch fest, wer den Vertrag gelöst hat (AG Statistik, Abschlussbericht Mai 2025). 2023 wurden gut 21.000 Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst (Tabelle 12: 21.141; Absolutangaben aus Datenschutzgründen auf ein Vielfaches von 3 gerundet). Eine Vertragslösung ist nicht zwingend ein Abbruch, denn wer in eine andere Einrichtung wechselt, bricht nicht ab. Von den 2023 begonnenen Ausbildungen waren bis zum Jahresende 7,9 % wieder beendet (2020: 6,4 %; Lösungsanteil im Beginnjahr, Tabelle 13). Regelmäßiger Kontakt bis zum ersten Tag und eine feste Ansprechperson in den ersten Wochen sind naheliegende Maßnahmen.

Lohnt sich der Aufwand für Social Media überhaupt?

Ja, weil die Zielgruppe dort ihre Zeit verbringt. Entscheidend sind echte, kurze Einblicke statt Hochglanz, am glaubwürdigsten von den eigenen Azubis erzählt.

Wie erreicht man die Generation Z für die Pflegeausbildung?

Dort, wo sie sucht: mobil, auf Social Media und mit echten Einblicken statt Floskeln. Erfolgreich ist, wer schnell und unkompliziert reagiert und den Bewerbungsweg so einfach wie möglich hält. Die Unterschiede zum Fachkräfte-Recruiting zeigt die Tabelle hier.

Wie alt sind Auszubildende in der Pflege?

Nach der Pflegeausbildungsstatistik (AG Statistik, Abschlussbericht Mai 2025) waren 2023 34,8 % der Auszubildenden mit neuem Vertrag 19 Jahre oder jünger, 46,4 % zwischen 20 und 29 und 18,8 % mindestens 30 Jahre alt. Eine Kampagne nur für Schulabgänger erreicht daher gut ein Drittel der Neueinsteiger. Die Tabelle mit den Jahren 2020 bis 2023 steht hier.

Wie viele Menschen beginnen eine Pflegeausbildung?

2023 gab es 60.312 Ausbildungseintritte in die Pflegefachausbildung; 54.360 neu abgeschlossene Verträge bestanden Ende des Jahres noch (AG Statistik, Abschlussbericht Mai 2025, Tabelle 5; Absolutangaben aus Datenschutzgründen auf ein Vielfaches von 3 gerundet). Die Zahl der Anfänger scheint sich laut AG Statistik auf dem bisherigen Niveau einzupendeln.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Jugendliche?

In der JIM-Studie 2025 gaben 63 % der 12- bis 19-Jährigen an, Instagram täglich oder mehrmals pro Woche zu nutzen, 56 % Snapchat und 53 % TikTok. Die Studie misst die Nutzung, nicht die Suche nach einer Ausbildungsstelle. Die Altersstufen stehen im Beitrag Social-Media-Recruiting in der Pflege.

Leistungsumfang

Was wir aus diesem Bereich für Sie umsetzen

Ein Überblick über die konkreten Bausteine: Sie wählen, was Sie brauchen; wir kombinieren sie zu einem stimmigen Vorgehen.

  • Recruiting-Beratung & Zielgruppenanalyse

    Zielgruppe, Botschaft und Bewerbungsweg schärfen, bevor die erste Anzeige läuft.

  • Kampagnen über Google, Social & Jobbörsen

    Aussteuerung genau dort, wo Ihre Fachkräfte wirklich suchen.

  • Optimierte Darstellung von Stellenanzeigen

    Anzeigen in der Suchsprache der Fachkräfte: klar, auffindbar, überzeugend.

  • Bewerbermanagement & Conversion

    Kurze Wege vom Klick zur Bewerbung.

  • Zielgruppen-Spezials

    Eigene Ansprache für Azubis, Quereinsteiger, Leitungen und internationale Fachkräfte.

Zusammenarbeit

So können wir gemeinsam daran arbeiten

Ob einmaliger Impuls, konkrete Umsetzung oder dauerhafte Begleitung, Sie wählen die Tiefe, wir bringen die Erfahrung aus dem Pflege- und Sozialwesen ein.

Sparring & Beratung

Im kompakten Termin schärfen wir Ziel, Zielgruppe und die nächsten Schritte: Sie gehen mit einem klaren Plan heraus.

Umsetzung & Kampagne

Wir setzen um: Konzept, Inhalte, Kampagne und Technik: messbar, sauber und in Ihrem Tempo.

Laufende Betreuung

Wir begleiten Sie kontinuierlich, optimieren anhand echter Zahlen und bleiben jederzeit ansprechbar.

So lösen Sie das mit dem Cockpit

Azubis gewinnen, bevor es die anderen tun.

Wir entwickeln mit Ihnen eine Azubi-Kampagne, die auf den richtigen Kanälen sichtbar wird, mit jugendgerechter Ansprache und einem Bewerbungsweg, der wirklich funktioniert.

Stellenanzeigen-AnalyseContent-ProduktionWerbung: Google & Meta

fokus› Kostenfreie Erstberatung

Aus Wissen wird Wirkung.

Wir setzen das, worüber wir schreiben, für Ihre Einrichtung um, KI- und softwaregestützt mit dem Cockpit.