Recruiting & Personalgewinnung

Pflegekräfte gewinnen: die Reihenfolge, auf die es ankommt

Die meisten Träger schalten mehr Anzeigen, bevor sie das Fundament gebaut haben. Diese Übersicht zeigt, in welcher Reihenfolge Personalgewinnung in der Pflege tatsächlich funktioniert – und wo Sie tiefer nachlesen.

10. Juli 2026 10 Min. Lesezeitvon Giovanni Bruno

Auf den Punkt

Pflegekräfte gewinnen Sie nicht durch mehr Anzeigen, sondern durch eine belastbare Reihenfolge: erst eine Karriereseite, auf der eine Bewerbung ohne Hürde möglich ist, dann strukturierte Stellenanzeigen, damit Google sie überhaupt findet, dann Reichweite über Kanäle, und erst am Ende Werbebudget. Wer die Reihenfolge umdreht, kauft teuren Verkehr für eine Seite, die ihn nicht auffängt.

Für Leitung & Geschäftsführung

  • „Wir brauchen mehr Bewerbungen.“ Fast jedes Gespräch beginnt so, und fast immer folgt darauf die Frage nach dem Kanal: Instagram? Indeed? Eine Kampagne?
  • Die Frage ist zu früh gestellt. Reichweite verstärkt, was da ist. Ist nichts da, verstärkt sie nichts. Diese Seite ordnet die Schritte – und verweist für jeden auf den Beitrag, der ihn ausführt.

Warum mehr Anzeigen selten mehr Bewerbungen bringen

Zwischen der Anzeige und der Bewerbung liegen drei Momente, in denen jemand aussteigt: Er findet die Anzeige nicht. Er findet sie, klickt, und landet auf einer Seite, die nach Behörde klingt. Oder er ist überzeugt und soll ein Anschreiben hochladen, um 21 Uhr, auf dem Telefon.

Jeder dieser Momente ist billiger zu reparieren als durch zusätzliche Reichweite auszugleichen. Wer den dritten Moment behebt, verdoppelt womöglich die Bewerbungen, ohne einen Euro mehr auszugeben. Wer stattdessen das Budget verdoppelt, verdoppelt auch die Aussteiger.

Genau deshalb hat Personalgewinnung eine Reihenfolge. Sie ist unbequem, weil sie mit Arbeit beginnt, die niemand sieht.

Schritt 1: Der Ort, an dem die Bewerbung entsteht

Die eigene Karriereseite ist der einzige Kanal, der Ihnen gehört. Jobbörsen ändern Preise, Plattformen ändern Regeln. Ihre Seite ändert sich nur, wenn Sie es wollen.

In unserer Trägeranalyse haben wir 5.535 Websites ausgewertet. Mindestens 16,2 Prozent hatten eine eigene Karriereseite. Alle anderen führen Bewerber auf eine Unterseite mit einer Aufzählung offener Stellen – oder auf ein Kontaktformular.

Was auf eine solche Seite gehört, welche Fehler die häufigsten sind und was der Aufbau kostet, steht in Karriereseite für die Pflege und Die häufigsten Fehler auf Karriereseiten. Seit dem 28. Juni 2025 kommt die Barrierefreiheit hinzu.

fokusKI · Wo die Branche steht – belegte Untergrenzen
Stellenangebote onlinemind. 44,9 %
Eigene Karriereseitemind. 16,2 %
Conversion-Trackingmind. 4,0 %
Stellen-Schema (Google for Jobs)mind. 1,8 %

Anteil der Träger, mindestens · Die Lücke zwischen der zweiten und der dritten Säule ist der eigentliche Befund: Fast die Hälfte veröffentlicht Stellen, kaum jemand lässt sie von Google als Stellenanzeige lesen.

fokus-Datenbasis · 6.352 Websites angesehen, 5.535 ausgewertet, Stand 9. Juli 2026. Jeder Wert ist eine Untergrenze: Wir zählen nur, was maschinell zweifelsfrei erkennbar war.

Schritt 2: Gefunden werden, bevor jemand sucht

Eine Stellenanzeige, die Google nicht als Stellenanzeige erkennt, existiert für Google for Jobs nicht. Dafür braucht es strukturierte Daten – ein technisches Detail, das über die Sichtbarkeit entscheidet.

Von den 5.535 ausgewerteten Trägern hatten mindestens 44,9 Prozent ihre Stellenangebote online. Aber nur mindestens 1,8 Prozent lieferten das Stellen-Schema mit, das Google for Jobs benötigt. Das sind rund hundert Träger. Zwölf davon boten eine Direktbewerbung an, sieben nannten ein Gehalt.

Was das praktisch bedeutet: Stellenanzeigen und Google for Jobs, und die Abwägung Google for Jobs oder Jobbörse. Wer regional sichtbar werden will, beginnt bei der lokalen Sichtbarkeit.

Schritt 3: Warum jemand kommen sollte

Sichtbarkeit bringt Menschen auf die Seite. Ob sie bleiben, entscheidet etwas anderes: ob dort steht, wofür Sie stehen – und ob es stimmt.

Eine Arbeitgebermarke ist kein Logo und kein Slogan. Sie ist die Summe dessen, was Mitarbeitende ihren Bekannten über Sie erzählen. Der Auftritt kann das sichtbar machen. Erfinden kann er es nicht.

Zum Einstieg: Employer Branding in der Pflege. Wenn kein Budget da ist: Employer Branding mit kleinem Budget. Und wenn Sie wissen wollen, wo Sie stehen: Employer-Brand-Audit.

Schritt 4: Erst jetzt Reichweite kaufen

Werbung verstärkt. Sie repariert nicht. Wer die ersten drei Schritte gegangen ist, bekommt für jeden eingesetzten Euro mehr zurück – und weiß, woran es liegt, wenn nicht.

Welcher Kanal, hängt vom Beruf ab. Für Auszubildende gelten andere Wege als für Pflegefachkräfte, für die Eingliederungshilfe andere als für die Altenpflege. Nachzulesen in Social-Media-Recruiting, Azubi-Recruiting und Recruiting in der Eingliederungshilfe.

Ob eine Anzeige auf mehreren Portalen zugleich laufen soll, klärt Multiposting oder Einzelschaltung. Und bevor eine Anzeige online geht, sollte sie rechtssicher formuliert sein – dafür haftet der Träger, nicht die Agentur.

Woran Sie sehen, ob es wirkt

Von den 5.535 ausgewerteten Trägern setzten mindestens 4,0 Prozent ein Conversion-Tracking ein. Alle anderen wissen nicht, welcher Kanal ihre Bewerbungen bringt. Sie vermuten es.

Es braucht wenige Zahlen, nicht viele: Wie viele Menschen sehen die Stelle, wie viele beginnen die Bewerbung, wie viele senden sie ab, wie viele bleiben nach sechs Monaten. Die letzte Zahl ist die wichtigste – und die, die am seltensten erhoben wird.

Welche Kennzahlen zählen, steht in Recruiting-Kennzahlen verstehen und Recruiting-Analytics. Was die Bewerbung unterwegs kostet, zeigt Was Recruiting wirklich kostet.

Und wenn die Eingestellten wieder gehen, hilft keine Anzeige mehr. Dann beginnt die Arbeit bei der Einarbeitung und der Fluktuation.

Wenn Sie gerade denken …… fehlt meistensWeiterlesen
„Wir bekommen keine Bewerbungen.“Ein Ort, an dem die Bewerbung ohne Hürde entstehtKarriereseite, Fehler auf Karriereseiten
„Unsere Anzeigen sieht niemand.“Das Stellen-Schema für Google for JobsStellenanzeigen und Google for Jobs
„Bewerber springen wieder ab.“Ein glaubwürdiger Grund zu bleibenEmployer Branding, Employer-Brand-Audit
„Wir zahlen viel für wenig.“Messung, bevor BudgetRecruiting-Kennzahlen, Was Recruiting kostet
„Die Neuen gehen nach vier Monaten.“Einarbeitung mit Namen und ZeitEinarbeitungskonzept, Fluktuation
Der Wegweiser: Wo Sie stehen, und wo Sie weiterlesen.

Häufige Fragen

Wie gewinnt man heute Pflegekräfte?

In einer Reihenfolge: erst eine Karriereseite, auf der eine Bewerbung ohne Anschreiben und vom Telefon aus möglich ist. Dann strukturierte Stellenanzeigen, damit Google for Jobs sie überhaupt anzeigt. Dann ein glaubwürdiger Grund, warum jemand kommen sollte. Und erst dann Werbebudget. Wer bei Schritt vier beginnt, kauft Verkehr für eine Seite, die ihn nicht auffängt.

Was kostet die Gewinnung einer Pflegefachkraft?

Das hängt davon ab, wie viel Reichweite Sie kaufen müssen, um den Ausfall an den ersten drei Stellen auszugleichen. Wir haben die Posten eines Trägers mit fünf Einrichtungen aufgeschlüsselt: Was Recruiting wirklich kostet. Ein erheblicher Teil fällt nur einmal an.

Reichen Stellenanzeigen auf Jobbörsen aus?

Sie bringen Sichtbarkeit, solange Sie zahlen. Sie bauen nichts auf. Die eigene Karriereseite und ein sauberes Stellen-Schema wirken auch dann, wenn kein Budget läuft. In unserer Auswertung von 5.535 Trägerwebsites hatten mindestens 44,9 Prozent ihre Stellen online, aber nur mindestens 1,8 Prozent lieferten das Schema mit, das Google for Jobs braucht.

Welcher Kanal bringt die meisten Bewerbungen?

Das lässt sich nicht allgemein beantworten, sondern nur messen. In unserer Auswertung setzten mindestens 4,0 Prozent der 5.535 Träger ein Conversion-Tracking ein. Alle anderen vermuten. Bevor Sie den Kanal wechseln, richten Sie die Messung ein – sonst tauschen Sie eine Vermutung gegen die nächste.

Was bringt Employer Branding, wenn das Gehalt tariflich festgelegt ist?

Gerade dann entscheidet alles andere: Dienstplansicherheit, Einarbeitung, Führung, Kollegialität. Eine Arbeitgebermarke erfindet das nicht, sie macht es sichtbar. Wo nichts ist, beschleunigt ein guter Auftritt nur die Enttäuschung – und den Austritt.

Wo fange ich an, wenn Zeit und Geld knapp sind?

Bei der Bewerbungsstrecke. Prüfen Sie selbst, ob Sie sich abends auf dem Telefon in unter drei Minuten bewerben können. Wenn nicht, ist das der billigste Hebel, den Sie haben – und der einzige, der ohne zusätzliches Budget wirkt.

Leistungsumfang

Was wir aus diesem Bereich für Sie umsetzen

Ein Überblick über die konkreten Bausteine – Sie wählen, was Sie brauchen; wir kombinieren sie zu einem stimmigen Vorgehen.

Recruiting-Beratung & Zielgruppenanalyse

Zielgruppe, Botschaft und Bewerbungsweg schärfen, bevor die erste Anzeige läuft.

Kampagnen über Google, Social & Jobbörsen

Aussteuerung genau dort, wo Ihre Fachkräfte wirklich suchen.

Optimierte Darstellung von Stellenanzeigen

Anzeigen in der Suchsprache der Fachkräfte – klar, auffindbar, überzeugend.

Bewerbermanagement & Conversion

Kurze Wege vom Klick zur Bewerbung, spürbar weniger Abbrüche.

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Eigene Ansprache für Azubis, Quereinsteiger, Leitungen und internationale Fachkräfte.

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So können wir gemeinsam daran arbeiten

Ob einmaliger Impuls, konkrete Umsetzung oder dauerhafte Begleitung – Sie wählen die Tiefe, wir bringen die Erfahrung aus der Pflege- und Sozialwirtschaft ein.

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Wir begleiten Sie kontinuierlich, optimieren anhand echter Zahlen und bleiben jederzeit ansprechbar.

So löst du das mit fokus›KI

Die Reihenfolge zuerst

Wir sehen uns an, an welcher Stelle Ihre Bewerber aussteigen – und beginnen dort, nicht beim Werbebudget. Meistens ist der erste Schritt der billigste.

Bestandsaufnahme der BewerberwegeKarriereseite und Stellen-SchemaMessung vor Budget

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